Glasfaser-Pilotstadt Gotha
Shownotes
Der Glasfaserausbau in Gotha soll durch ein neues Pilotprojekt von Stadt und Telekom deutlich beschleunigt werden. Durch vereinfachte Genehmigungen, moderne Bauverfahren und ein gemeinsames Projektbüro sollen die Bürger schneller zu ihrem Glasfaseranschluss kommen. Was sich die Stadt und Telekom gemeinsam vorgenommen haben und warum Gotha zur Blaupause für ganz Deutschland werden könnte, besprechen wir in dieser Folge mit Axel Wenzke, Konzernbevollmächtigter der Telekom für die Region Ost.
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00:00:01: Vernetzt.
00:00:02: Der Telekom-Popcast.
00:00:08: Mitten in Thüringen liegt die schöne Stadt Gotha mit gut forty-tausend Einwohnern.
00:00:13: Bekannt ist die ehemalige herzögliche Residenzstadt für ihre malerische Innenstadt
00:00:18: und
00:00:19: demnächst auch, weil in Gotha besonders schnell Glasfaser ausgebaut wird!
00:00:23: Denn die Telekom hat Gothat zur Pilotstadt für den schnellen Glasfaserausbau gekührt.
00:00:28: Was die Stadt und die Telecom sich gemeinsam vorgenommen haben besprechen wir heute bei Vernetzt.
00:00:33: Am Mikrofon ist Sandra Rohrbach.
00:00:40: Der Glasfaserausbau soll jetzt noch schneller werden, effizienter und bürgerfreundlicher.
00:00:45: Was die Telekom in Gotha testet, kann zur Blaupause für ganz Deutschland werden!
00:00:50: Und das weiß genau Axel Wenske, den ich hier bei mir im Podcaststudio begrüße.
00:00:56: Er ist Konzernbevollmächtigter der Telekom für die Region Ost.
00:01:00: Hallo, Axel.
00:01:01: Hallo
00:01:01: Sandra, schön heute bei euch zu sein.
00:01:05: Warum hat die Telecom denn jetzt die Stadt Gotha zur Musterstadt erklärt?
00:01:10: Die Idee ist eigentlich entstanden im Rahmen eines Arbeitsmittings im Kommunalbeirat, wo mein Chef Rodrigo Diel dafür geworben hat was können wir tun um den Glasfaserausbau zu beschleunigen.
00:01:23: Der Landrat der dort drin sitzt nämlich das Landkreises Gota hat diese Idee aufgegriffen und hat dann die Idee geboren Gota als Pilot vorzuschlagen.
00:01:35: Diese Idee haben wir wohlwollende aufgegriffene Und haben uns mit der Stadt und dem Landkreis zusammengesetzt.
00:01:41: Und haben definiert, was wir zusammen tun können.
00:01:44: So ist eigentlich der Ursprung der Idee.
00:01:47: Und Gota hat sich jetzt schon besonders hervorgetan in dem Wunsch schneller ausbauen zu wollen?
00:01:55: Wie kommt das zusammen?
00:01:58: Na, ob sich besonders hervorgetan haben weiß ich gar nicht.
00:02:01: Zumindest haben sie sich angebotend mit uns zusammen zu überlegen was Sie anbieten können als öffentliche Verwaltung, als Gegenspieler sozusagen und Mitspieler zu unserem Ausbau egal wo eigentlich in Deutschland aber in diesem Fall in Gotha.
00:02:16: Und wir haben uns zusammengesetzt und haben eine ganze Reihe von Paketmaßnahmen gefunden die uns helfen schneller effizienter und damit auch kostengünstiger zu werden.
00:02:25: Jetzt gibt es ja auch im Netzausbaugesetz, dem TKG.
00:02:30: Diese Einstufung das grundsätzlich Netzausbau ein überragendes öffentliches Interesse hat.
00:02:37: also sprich was jetzt bisschen beamtendeutsch klingt heißt es in der Praxis dass man versuchen soll dass alle an einem Strang ziehen damit die Infrastruktur schneller zum Bürger kommt?
00:02:50: du hast jetzt schon so ein paar andeutungen gemacht.
00:02:52: was ist in der praxis bedeutet aber steigt doch noch mal genauer drauf ein.
00:02:57: Was ist das denn dann, genau?
00:03:00: Also ich kann es ja vielleicht mal an dem Beispiel machen was haben wir denn mit Gota eigentlich ganz konkret jetzt vereinbart worauf wir auch durchaus als Telekom Deutschland sehr stolz sind.
00:03:10: Der Punkt ist ja eigentlich wenn sich das mal so herumgesprochen hätte wie du es gerade vorgestellt hast Dann wäre das für ganz Deutschland sehr schön.
00:03:19: Das ist aber lauerlicherweise nicht der Fall.
00:03:22: also dieses überragende Interesse Wird je Kommune in Deutschland sehr unterschiedlich wahrgenommen?
00:03:29: Das ist, muss man ehrlicherweise sagen von ich stehe dem neutral gegenüber.
00:03:34: Ich mache die Genehmigung so wie es mir passt oder so wie's gerade zeitlich reinpasst bis hin zu ich erteile Genehmigungsauflagen.
00:03:41: Ist das ein breites Feld von Möglichkeiten wie die öffentliche Verwaltung der Kommunen sich quasi sozusagen im Glasfaserausbau egal wem gegenüber verhält?
00:03:50: und was haben wir jetzt in Gotar konkret vereinbart?
00:03:53: Was uns hilft, schneller und effizienter zu werden ist man muss sich den Genehmigungsprozess in zwei Phasen vorstellen.
00:04:01: Das eine ist sozusagen wir reichen Planunterlagen ein darauf erteilen die Verwaltungen dann eine sogenannte Genehmigung Und danach erfolgt eine so genannte verkehrsrechtliche Anordnung.
00:04:14: vereinfacht könnte man sagen das ist die Absperranleitung von Baustellen.
00:04:19: wie wird beschildert usw.
00:04:21: Lange Rede kurzer Sinn.
00:04:23: Diese beiden Elemente sind immer höchst kritisch, dauern zum Teil sehr lange und behindern uns damit sozusagen auch die Firmen, die diesen Tiefbau vollziehen quasi effizient zu steuern.
00:04:33: Das Ganze kostet also erstens Zeit zweitens Geld.
00:04:37: So was haben wir jetzt mit der Stadt Guter vereinbart?
00:04:39: Wir haben als zum einen das ist ein echter Meilenstein, was wir uns von allen Kommunen wünschen würden in Deutschland eine Jahresverkehrsrechtliche Anordnung vereinbart.
00:04:49: Das heißt also, wir müssen nicht mehr Projektbezogen je Bauabschnitt einreichen sondern wir können das einmal pauschal tun und die Stadt vertraut uns und kontrolliert auch dass wir das was wir vereinbart haben einhalten.
00:05:01: Wir haben zweitens uns darauf geeinigt dich nur Straßenzugweise Genehmigungen zu erteilen Sondern größere Bauabschnitte freizugeben dies uns erlauben besser und flexibel zu planen Bauunternehmen größere Abschnitte bauen zu lassen.
00:05:15: Wir haben drittens uns darauf gereinigt Genehmigung alternativer Verlegemethoden, sprich quasi also in der neuen Standardtiefe oder Neudeutsch-Mindertiefe zu verlegen – auf die Bestandstrassen drauf.
00:05:29: Das macht auch vielfach nicht jede Kommune mit und wir haben uns darauf verständigt.
00:05:35: das ist der für uns glaube ich relevanteste Punkt.
00:05:38: Ausbau ist ja schön aber wenn der Bürger es nicht weiß und keine Chance hat, sich zu beteiligen oder gar zu beauftragen.
00:05:47: Dann ist das nur die Hälfte der Miete.
00:05:48: also haben wir eine aktive Bürgerkommunikation und vollständige Transparenz in Gota vereinbar.
00:05:54: Das heißt, die Stadt unterstützt uns im Rahmen der Neutralitätsgebote dann entsprechend auch bei der Kommunikation.
00:06:01: Und der letzte Punkt den hatte keiner auf dem Schirm ist es gibt eine Breitband X Schnittstelle also digitales Genehmigungsverfahren wäre das Stichwort.
00:06:12: Das gibt es fast nirgendwo in Deutschland, obwohl es eigentlich das Verfahren gibt.
00:06:17: Und wir haben uns sowohl mit dem Land Thüringen als auch mit der Stadt Guta als Pilotstadt darauf geeinigt dieses Verfahren zu nutzen um auf digitalem Wege also noch mal schneller die Genehmigung zu organisieren.
00:06:30: Das wäre so grob gesagt das Paket!
00:06:33: Da sind ja jetzt eine Menge an Maßnahmen die euch zusammen mit Guta vorgenommen hat.
00:06:37: steigen wir nochmal ein Das Thema Ausbau und Bauweise.
00:06:42: Was kann den Ausbau schneller machen?
00:06:45: Du sagt es minder tiefe, was kann das denn noch sein?
00:06:49: also vor allen Dingen sozusagen unser ausbau orientiert sich ja an den genehmigungsstrecken die wir bekommen hat.
00:06:55: das hatte ich eben schon mal kurz gestreift.
00:06:57: und wenn wir jetzt sozusagen ein baugebiet genehmigt bekommen Dann können wir natürlich überlegen, wie wir am effizientesten sozusagen in dieser neuen Regel verlegative oder mindertive dann entsprechend vorankommen.
00:07:09: Sprich Wir bauen ja als deutsche Telekom in der Regel – wir nennen das im Fachjargon mit Licht im Rücken.
00:07:17: Vielleicht gehe ich da nochmal kurz darauf ein wenn nicht darf.
00:07:20: Das heißt wir bauen zunächst die Zuführungsdraßen unseres Netzes und schließen am Ende des Prozesses die Häuser an.
00:07:30: Also du meinst, um das zu verstehen?
00:07:31: Wir legen entlang der Straße oder Bürgersteig und dann gehen jeweils die Abzweigungen zu den Häusern hin.
00:07:40: Genau, also vereinfacht könnte man es genauso sagen und wir müssen das ja auch quasi ans öffentliche Netz anbinden, an das sogenannte Backbound.
00:07:48: Insofern legen wir erst die Längstrasse durch die Gehwege binden an das Zuführungsnetz an damit die Verbindung, die Connectivity quasi zum Netz, zum Internet zu allem was es da gibt angeschlossen ist und dann bauen wir die Hauszuführung.
00:08:04: Wir bauen also sozusagen mit Licht im Rücken.
00:08:07: das hat den Vorteil dass zwischen der Beauftragung durch Kunde Grundstückseigentümer wäre auch immer Und Realisierung nicht so viel Zeit liegt.
00:08:19: sonst liegen da maximal Jahre möglicherweise dazwischen.
00:08:22: Da weiß schon der Bürger gar nicht mehr, dass er überhaupt was beauftragt hat oder vielleicht inzwischen umgezogen.
00:08:29: Also tell a long story short das ist unser Bauverfahren und wenn wir dann quasi größere Bauabschnitte bekommen zur Genehmigung Dann sind wir flexiblen der Ausgestaltung genau dieses Vorgehens.
00:08:41: Das ist für uns ein echter Effizienzvorteil, der uns auch aus unserer Sicht eine Kostenersparnis bringt Was für den Bürgern die Kommune am Ende auch bedeutet dass wir bei günstigen Kosten möglicherweise auch mehr ausbauen können, als wenn wir sozusagen Auflagentechnisch belastet werden.
00:09:02: Nun hast du ja einen wichtigen Punkt auch schon genannt.
00:09:05: Nämlich damit der Kunde, der Glasfaser will dann sozusagen den Anschluss auch schnell bekommt und nutzen kann muss er ja auch irgendwie davon erfahren.
00:09:15: also er muss ja auch das A gut finden und beauftragen und auch irgendwie mitmachen.
00:09:20: was ist das besondere jetzt was die Kommunikation zum Kunden angeht?
00:09:25: Was ihr in Gotha ausprobieren wollt?
00:09:27: Ja, danke für die Frage Sandra.
00:09:29: Also das ist eigentlich extrem einfach!
00:09:32: Wir informieren natürlich als Unternehmen unsere Kunden und Kunden oder werdende Kundinnen und Kunden so müsste man es ja eigentlich korrekt sagen über den Ausbau beziehungsweise über die Möglichkeiten.
00:09:47: Vielfach ist es aber so dass der Bürger oder auch das Unternehmen, dass als eine Werbeinformation wertet und unsere Information sozusagen ungeöffnet in den Papierkorb wirft.
00:10:01: Die Idee mit der Stadt Gota – das ist übrigens nicht nur in Gota so, das machen wir schon auch überall in Deutschland so aber hier jetzt quasi in ausdrücklicher Weise – ist, dass wir gemeinsam mit der Statt also unter dem Siegel des Stadtwappens Die Bürger darüber informieren, dass jetzt oder dann und dann ein Glasfaserausbau in ihrer Straße erfolgt.
00:10:22: Und sie jetzt die Möglichkeit haben im Zuge der Baumaßnahme sozusagen ihre Hauszuführung zu beauftragen, die Grundstückseigentömer Erklärungen abzugeben oder gar einen Glasfaseranschluss so gewünscht schon beauftragten können.
00:10:37: Und die Möglichkeit, und das zeigt uns auch die Erfahrung aus anderen Städten.
00:10:41: Die Möglichkeit dass der Bürger dann sozusagen diese Information öffnet liest oder auch versteht ist wesentlich höher als wenn wir sozusagen einen Magenta Flyer als Post vorverteilen.
00:10:52: Okay weil das Wappen der Stadt mit auf dem Briefumschlag einfach zu sehen ist zum Beispiel?
00:10:56: Ja
00:10:57: Genau, weil der Bürger im Zweifel davon ausgeht weiß ich nicht dass er ein Strafzettel erhalten hat oder weiß ich nichts.
00:11:04: Dann macht er den Brief auf!
00:11:08: Ja sehr gut und Bürgerveranstaltung hast du ja auch schon genannt das auf Info-Veranstalten dann darüber aufgeklärt wird was da vor Ort passiert
00:11:17: Genau.
00:11:18: Auch ganz wichtig machen wir auch sehr positive Erfahrungen, dass viele Bürgerinnen und Bürger und auch die Unternehmen, die dort dazugehören quasi diese Bürgerveranstaltung suchen.
00:11:26: das findet den öffentlichen Räumen ein.
00:11:28: Wir laden gemeinsam mit der Stadt ein.
00:11:30: Das gibt eigentlich immer eine gute Resonanz und es gibt uns die Chance die Bürger einfach offen und ehrlich über unser Ausbau vorhaben um die Möglichkeiten darin zu informieren.
00:11:39: Was ja auf regionaler Ebene in Gotern Thüringen ausprobiert wird spielt auf Bundesebene ja auch ne Rolle.
00:11:45: Jetzt hat ja kürzlich unser Digitalminister Carsten Wildberger zu einem Termin in seinem Ministerium eingeladen und bei dieser Zusammenkunft waren Repräsentanten der Glasfaserbranche dabei, da waren Verbände dabei Vertreter aus Ländern und Kommunen.
00:12:01: Und man hat sich eben darauf verständigt dass man den Netzausbau weiter hin voranbringen will, effizienter und schneller gestalten möchte.
00:12:09: wenn wir jetzt auf Gotaschauen und das was ihr da ausprobiert ist denn ein Schlüssel für den Erfolg, dass man eben solche Kooperationen eingeht?
00:12:19: Wie wir das jetzt in Gotha gemacht
00:12:20: haben.
00:12:21: Also ich glaube unbedingt zum einen was will sozusagen das Ministerium?
00:12:25: das ministerium möchte natürlich den Glasfaserausbau erneut beschleunigen.
00:12:32: Wir müssen da eigentlich sozusagen gar nicht so sehr als deutsche Telekom beschleuning weil wir bringen ja eine sehr konstante und wiederkehrende Leistung jedes Jahr.
00:12:41: Aber um auf deine Frage zurückzukommen, wenn jede Kommune in Deutschland sich so verhalten würde wie Gotha.
00:12:49: Würdet das nicht nur der deutschen Telekom sondern der gesamten Branche sehr helfen?
00:12:55: Ja, also Gota wir werden weiter drauf schauen wie es läuft.
00:13:00: Wie ist dann wirklich umgesetzt wird?
00:13:02: Es sind viele Vorhaben.
00:13:04: mal gucken was einem auch auf dem Weg beim Ausbau noch begegnet das sind ja wahrscheinlich dann auch nochmal ganz wichtige Erfahrungswerte die wir gemeinsam dort machen werden.
00:13:14: Axel vielen vielen Dank für deine Einblicke aus dem Osten und fürs dabei sein hier in diesem Vernetzpodcast.
00:13:22: Vielen dank Sandra dass ich hier sein durfte und hat viel Spaß gemacht.
00:13:26: Danke schön!
00:13:27: Und damit sagen wir beide Tschüss für dieses Mal, tschüß.
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